Neuer Nahkampfausbilder stärkt die Einsatzbereitschaft der „Oldenburger Jäger“
„Mach die Fäuste hoch!“ brüllt der Ausbilder, „nicht nachlassen, Du schaffst das, beißen!“. Mein T-shirt wieder mal klatschnass, körperlich am Limit, mental am Rand. Ein ganz normaler Tag beim Lehrgang Nahkampfausbilder.
Vor zwei Wochen war das. Als ich vor gefühlt einer kleinen Ewigkeit den „Nahkampfausbilder Militärischer Nahkampf aller Truppen“ begann und das Gelände der Infanterieschule Hammelburg betrat, spürte ich dort sofort die besondere Atmosphäre: konzentriert, fordernd und zugleich kameradschaftlich. Drei Wochen intensiver Ausbildung liegen vor mir – und als einziger Reservist im Teilnehmerkreis weiß ich, dass ich mich besonders beweisen muss.
Schon in den ersten Stunden wird deutlich, wie hoch die Anforderungen sind. Der militärische Nahkampf ist keine Sportdisziplin, sondern eine einsatz- und überlebensrelevante Fähigkeit. Techniken, Taktiken und das entscheidende „Combat Mindset“ werden unter realitätsnaher Belastung vermittelt. Ein Ausbilder formuliert es an Tag zwei sehr treffend: „Hier lernst du nicht, um zu gewinnen, sondern, um zu überleben.“
Die Tage beginnen früh, enden spät und sind voller intensiver Drills, Szenarien und mentaler Beanspruchung. Immer wieder stoße ich an meine Leistungsgrenzen. Gleichzeitig erlebe ich, wie wichtig Entschlossenheit, Kontrolle und klare Entscheidungen unter Stress sind. Diese Erfahrung prägt nicht nur die Ausbildung, sondern auch mich persönlich.
Die hohe Belastung des Lehrgangs zeigt sich ebenfalls in der Ausfallquote: Sechs Kameraden müssen vorzeitig gehen. Jeder Abgang führt uns vor Augen, wie anspruchsvoll die Qualifikation eines Nahkampfausbilders ist – und wie viel Verantwortung sie mit sich bringt.
Als ich am Ende der drei Wochen mein Zertifikat in den Händen halte, empfinde ich neben Erleichterung vor allem Dankbarkeit – für die Unterstützung meiner Kameraden und die professionelle, klare und faire Ausbildung.
Dieser Abschluss ist kein persönlicher Erfolg allein, sondern ein Gewinn für unser gesamtes Bataillon.
Mit meiner neuen Qualifikation ist das Unterstützungsbataillon Einsatz 1 in der Lage, die Ausbildung im militärischen Nahkampf künftig eigenständig, einsatznah und dauerhaft verfügbar zu gestalten. Als Multiplikator möchte ich das Wissen, die Haltung und die Ernsthaftigkeit dieser Ausbildung direkt in die Truppe tragen.
Dass ein Reservist, ein Oldenburger Jäger, nun Nahkampfausbilder ist, zeigt einmal mehr das Engagement, die Leistungsbereitschaft und das gelebte Selbstverständnis des Unterstützungsbataillons Einsatz 1 als Speerspitze der Reserve.
Text: Gregor M. mit Matthias Hammer










