(M)ein Tag als Spießgehilfe

18. April 2026

Eigentlich hatte Oberstabsgefreiter Thomas E. vor vielen Jahren - nach SaZ 2 - mit dem „Soldatsein“ abgeschlossen. Eigentlich. Doch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine weckte in ihm den Wunsch, „seinem Land wieder aktiv zu dienen“ – als Reservist. So fand er nach über 30 Jahren seinen Weg zurück zur Bundeswehr, nämlich zum Sicherungsbataillon 1 „Oldenburger Jäger“. Dort ist er in der ersten Kompanie als Spießgehilfe eingesetzt. Was macht so einer auf Übung? Hier sein ganz persönlicher Blick hinter die Kulissen:

Früh am Morgen – Versorgung unterwegs

Der Wecker klingelt früh – viel zu früh. Leise raus den Federn, um die anderen nicht zu wecken. Schon vor dem offiziellen Dienstbeginn treffen wir uns am Fahrzeug. Es ist eiskalt. Gut, dass ich ein paar Minuten früher am Transporter war, um die Scheiben zu enteisen. Das war eine harte Nacht draußen im Gelände. Unsere Kameradinnen und Kameraden freuen sich sicher über heiße Getränke und ein Frühstück. Der Spieß kommt. Los geht es Richtung Truppenküche, wo die Wärme- und Transportbehälter bereitstehen. Die Männer aus der Truppenküche, die noch früher aufgestanden sind als wir, sind schon voll in ihrem Element. Wir verladen die Versorgungsboxen sicher auf dem Fahrzeug. Nicht, dass uns die Feldjäger unterwegs auf Ladungssicherheit kontrollieren…

Vorbei am Torposten geht es hinaus ins Gelände. Auf der Panzerringstraße steuern wir als erstes den Whiskey-Zug an. Gerödel anlegen und raus aus dem Fahrzeug. Während die Whiskey-Soldatinnen und Soldaten schon wieder in Ausbildung sind, bauen wir die Frühstücksstation auf. Es gibt heißen Kaffee und Tee, Brötchen, Brot, Butter, Marmelade, Müsli, Milch, Wurst und Käse. Auch Frühstückseier haben wir dabei. Die Nacht im Biwak war kurz und kalt. Alle sind durchgefroren, aber die warmen Getränke bringen sie wieder auf Trab. Es gibt ein paar aufmunternde Worte vom Spieß – wichtig für die Moral.

Die Tee- und Kaffeekanister lassen wir vor Ort. Schnell noch eine Warmhaltebox mit Spülwasser abladen und schon fahren wir weiter zum nächsten Versorgungsstopp. Danach geht es endlos lange über die Ringstraße zurück ins Lager und schnurstracks zur Truppenküche. Dort leeren wir die Essensreste in die dafür vorgesehenen ReFood-Mülltonnen und bringen die Warmhalteboxen zum Spülen.



Koordination der Truppenversorgung und weitere Aufträge

Während ich die Warmhalteboxen in die Küche bringe, koordiniert der Spieß mit der Küchencrew die weitere Tagesverpflegung. Auch zu Mittag und am Abend wird ein Großteil der Kameradinnen und Kameraden unseres Bataillons noch im Feld sein. 

Nachdem alles abgeladen und die Tagesverpflegung organisiert ist, geht es zurück in die Unterkunft. Wir melden wir dem Kompaniechef die Truppenstärke und bekommen gleich weitere Aufträge. Heute kommen Soldatinnen und Soldaten mit der Bahn an, um am Wochenende bei unserer Einheit zu schnuppern. „Interessentenwochenende“ nennen sich die Kurzübungen mit regelmäßig zwischen 15 und 30 Teilnehmern. Mein Auftrag: Interessenten am Bahnhof in Celle aufnehmen und in die Kaserne bringen. Schnell noch die Ausrüstung richten und die Mobilnummern der Neuankömmlinge notieren. 

Und los geht die Fahrt Richtung Celle. Dort angekommen, wartet schon ein Kamerad auf mich. In der nächsten halben Stunde trudeln zwei weitere ein. Das Gepäck wird hinten auf der Pritsche verstaut, verzurrt und schon fahren wir zurück in die Niedersachsenkaserne.

Warmes Mittagessen und „EPa“ für den Abend

Kaum zurück vom Personentransport, holen wir schon das Mittagessen aus der Truppenküche. Wie immer ist auf die Männer und Frauen aus der Küche Verlass. Pünktlich stehen unsere Warmhalteboxen sowie die Getränkebehälter für uns bereit. Wir verladen Essen und Getränke auf der Ladefläche und sichern die Ladung.

Im Gelände werden wir schon sehnlichst erwartet. Zeit für eine warme Mahlzeit bei mehr als frischen Temperaturen. Da kommt das Gulasch mit Reis und Gemüse gerade recht. Der Spieß verteilt großzügig. Und ein Nachschlag geht immer. Natürlich haben wir auch ein veganes Gericht dabei. Zum Nachtisch gibt es Obst. Wir lassen die frischen Kaffee- und Teekanister da und stellen auch wieder heißes Spülwasser bereit. Wer noch Heißhunger auf eine Cola, einen Energy-Drink oder einen Schokoriegel hat, ist beim Spieß gut aufgehoben. Der Marketender verkauft Energie und gute Laune.

Das Abendessen für das Nachtbiwak lassen wir auch gleich da. Für den Abend gibt es Verpflegung aus der „Einpersonenpackung“ kurz EPa, mit der sich Soldatinnen und Soldaten einen Tag lang autark ernähren können. Wir versprechen, am Abend trotzdem noch einmal mit Heißgetränken vorbeizuschauen.

Und wieder geht es endlos lange zurück in die Kaserne. Boxen und Geschirr in der Truppenküche abliefern, Essensreste entsorgen. „Same procedure …!“



Der Nachmittag – fahren, fahren, fahren …

Zurück in der Truppenunterkunft wartet schon der nächste Fahrauftrag auf mich: ein Kamerad ist verspätet eingetroffen und soll zur Schießbahn Munster gebracht werden. Mit ca. 45 Minuten einfacher Fahrt nicht gerade „um die Ecke“. Auf dem Rückweg in die Kaserne fahre ich schnell noch zum Tanken. In der Mannschaftsunterkunft wartet schon der Spieß. Für die traditionelle Zeremonie der „Jägertaufe“ am nächsten Abend werden noch Getränke benötigt. In unserem Infanterie-Bataillon werden morgen Kameradinnen und Kameraden, die die Jäger-Modulausbildung beim Whiskey-Zug erfolgreich durchlaufen haben, feierlich in die Gemeinschaft der Infanteristen aufgenommen. Also wieder rein ins Fahrzeug und rüber zum Kantinenwirt. Dort stimmt der Spieß den Bedarf und die Logistik für den nächsten Abend ab. Ich schreibe fleißig mit. Bis morgen habe ich sonst wieder die Hälfte vergessen …

Der Abend – ein langer Tag neigt sich dem Ende zu

Zurück in der Unterkunft bleibt Zeit für eine Tasse Kaffee. Der Spieß bespricht mit mir die restlichen Aufträge für den heutigen Tag. Nach dem Abendessen in der Kantine bringen wir noch – wie versprochen – Heißgetränke raus. Der Marketender öffnet nach Dienstschluss und verkauft Bier, Softgetränke, Gummibärchen und Schokoriegel. Das Angebot wird rege genutzt. Abgekämpfte Soldatinnen und Soldaten stehen zusammen und unterhalten sich. Nach und nach wird es ruhiger in der Unterkunft. Nach Mitternacht schließen wir den Verkauf. Ein langer Tag geht zu Ende. Schnell noch duschen und ab in die Federn. Morgen früh um kurz nach fünf Uhr ist die Nacht vorüber.

Fazit: Ein Tag als „Spießgehilfe“

Wenig Schlaf und viele Kilometer. So könnte man diesen „Arbeitstag“ kurz zusammenfassen. Die Verpflegung der Truppe mit allem was die Leistungsfähigkeit aufrechterhält ist unsere zentrale Aufgabe.

Nach vier Tagen Reservedienst bei den Oldenburger Jägern geht es am Sonntagnachmittag 400 km Richtung gen Heimat. Zufrieden, meinen Beitrag geleistet zu haben. Mit 56 Jahren übe ich nicht mehr an „vorderster Front“. Aber als Gehilfe unterstütze ich gerne „meinen“ Spieß für das Wohl unserer Truppe. Getreu dem Motto "Wir. Dienen. Deutschland".


24. März 2026
Das Sicherungsbataillon 1 "Oldenburger Jäger" hat sehr erfolgreich am Reservistenwettkampf bei Nacht, dem „Polarstern 2026“ teilgenommen. Der erste Platz ging an den Kader NRW & Niederachsen I, dem unser Kamerad FJ David U. und unser ehemaliger Kamerad Leutnant Peter P. angehören. Der zweite Platz ging an die Oldenburger Jäger Leutnant Sandra A., HG Philipp K. und OG Matthias S. Der dritte Platz ging ebenfalls an die Oldenburger Jäger OSG Holger G., OSG Jörg H. und SG Olaf P. Die Oldenburger Jäger bedanken sich bei der Kreisgruppe Niederrhein-Oberberg für die sehr gelungene Organisation und Durchführung und gratulieren den Siegern.
1. März 2026
Aus Unterstützungsbataillon Einsatz 1 wird Sicherungsbataillon 1 Am 1. März 2026 wurde das Unterstützungsbataillon Einsatz 1 in Sicherungsbataillon 1 umbenannt und damit ein sichtbarer Schritt vollzogen, der den Hauptauftrag des Bataillons hervorhebt. Reserve als integraler Bestandteil der 1. Panzerdivision Das Sicherungsbataillon 1, auch bekannt als „Oldenburger Jäger“, ist als Ergänzungstruppenteil integraler Bestandteil der Divisionstruppen der 1. Panzerdivision. Es besteht vollständig aus Soldatinnen und Soldaten der Reserve und hat den Auftrag, die Sicherung der Divisionsgefechtsstände zu gewährleisten. Der Stab des Sicherungsbataillons 1 „Oldenburger Jäger“ sowie die 1. und 2. Kompanie sind in Oldenburg stationiert, ab dem 1. Oktober 2026 werden im Rahmen des Aufwuchses der Reserve zwei weitere Kampfkompanien aufgestellt. Reserve sichert im Verteidigungsfall die Divisionsgefechtsstände an der Ostflanke Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich grundlegend verändert. Die Bundeswehr richtet sich wieder konsequent auf Landes- und Bündnisverteidigung aus. In diesem Rahmen werden Fähigkeiten klarer strukturiert und benannt. Der Stellenwert der Reserve erhöht sich und sie wird integraler Bestandteil der Streitkräfte. So war und ist die Hauptaufgabe des Bataillons die bewaffnete Sicherung der Divisions-Gefechtsstände. Mit der neuen Bezeichnung wird diese Fähigkeit eindeutig hervorgehoben. Die Umbenennung ist daher nicht nur eine formale Maßnahme, sondern auch Ausdruck der klaren operativen Rolle des Bataillons - und damit der Reserve - innerhalb der 1. Panzerdivision. Sicherung ist also kein „Nebenauftrag“, sondern eine wesentliche Voraussetzung für das Wirken der gesamten Division. Auch darin zeigt sich, welch integraler Bestandteil der Streitkräfte die Reserve mittlerweile ist. Im Verteidigungsfall gehen die Reservistinnen und Reservisten also mit den Divisionsgefechtsständen nach vorne an die Ostflanke, da wo die Division ihren Auftrag erfüllen wird. Das unterscheidet das Sicherungsbataillon 1 vom Heimatschutz, der – wie der Name besagt – in der Heimat verbleibt, um dort kritische Infrastruktur und Räume zu schützen. Reserve kann auch Kampftruppe Dabei bleiben die Soldatinnen und Soldaten der Oldenburger Jäger ein infanteristisch befähigter Verband. Als Jäger gehören sie zu den Kampftruppen und sind vor allem für den Kampf in bebautem oder stark bewaldetem Gelände ausgebildet. Gemeinsam mit den Gebirgs- und Fallschirmjägern gehören sie der Truppengattung der Infanterie an.
15. Februar 2026
Nach ungefähr fünf Stunden Marsch meldet sich dein Körper zum ersten Mal: Die Füße fragen, was los ist. Die Zehen sind zwar da, deren Gefühl jedoch eher dumpf. Diese leichten Verstimmungen und anfängliches Ziehen verwandeln sich dann irgendwann in einen bunten Blumenstrauß aus Schmerzen. Innere Dialoge werden zu handfesten Diskussionen. Der fehlende Schlaf lässt dich an den Stationen bei den Einweisungen im Stehen einschlafen. Die Teutoburger Durchschlageübung 2026 Das ist die Teutoburger Durchschlageübung 2026 , eine der härtesten ihrer Art in Deutschland, mit einer Marschstrecke von über 80 km. Bei dem militärischer Vielseitigkeits- und Belastungswettkampf treten Teams der Bundeswehr, der Polizei, des THW, der Feuerwehr usw. gegeneinander an und müssen unter Zeitdruck anspruchsvolle Stationen wie Schießen, Hindernissparcour, Kampfmittelerkennung, Panzererkennung, Abseilen aus 20 m Höhe, Gewässerüberquerung des Dortmund-Ems-Kanals, Erste Hilfe, Survival, Kleiderschwimmen mit einer 70 kg Puppe u.v.a. durchlaufen. Ziel des Wettbewerbs ist es, körperliche Leistungsfähigkeit, militärische Grundfertigkeiten, Teamgeist und Durchhaltevermögen unter realitätsnahen Bedingungen zu testen. Jeder denkt einmal: Das war’s, warum soll ich mir das weiter antun? Essen und Trinken hat man im Rucksack dabei. Kein Navi, kein Schlaf, wenig Pausen, ca. zwei bis drei Stunden flottes Gehen, dann 30-60 Minuten Stationsarbeit. Kurz: Alles andere als freundliche und angenehme Umstände. Aufgrund der Jahreszeit mehr Dunkelheit, als Tageslicht. Es gibt wohl kaum jemanden, der dabei nicht ein- oder mehrmals gedacht hat: Das war‘s, hier ist jetzt Ende. Funkspruch absetzen, Teilnahme beenden. Ich habe meine Erfahrungen gemacht, meine Lehren draus gezogen, reicht für heute. Warum soll ich mir weiter antun? Rast mit Gebäck und Kaffee verleiht Flügel Kurze Rast nach 20 km, um die Füße zu verarzten. Wir sehen eine kleine Mauer an einem Grundstück. Unser Gruppenführer fragt den Besitzer höflich, ob wir uns da nur kurz hinsetzen dürfen. Klar. Kurz danach kommt seine Frau mit Kaffee und Keksen und einem Lächeln für uns wildfremde Menschen in Uniform. Das gibt Aufwind und Kraft. Danke! Also weiter. Es sollte nicht die einzige Begegnung mit der Bevölkerung bleiben, denn es gab immer wieder mal Wasser, Energiedrinks oder einfach nur Zuspruch oder ein „Danke für euren Dienst“. Manchmal war es alleine deshalb schon relativ schwer, schnell voranzukommen, da man sich aufgrund der Freundlichkeit ein wenig Zeit nehmen musste. Welch Privileg, deshalb etwas langsamer zu sein. Rührende Rettung am Tiefstpunkt Kilometer 80, 30 Stunden in den Knochen. Wir sind uns eigentlich einig, dass wir hier aufhören. Die Laune am Tiefstpunkt. Ein Auto hält an. „Darf unsere Tochter Ihnen etwas geben?“, fragt der Fahrer. Hinten geht die Fensterscheibe runter, zwei kleine Mädchen reichen uns einen gefalteten Zettel. „Danke, dass ihr uns beschützt“ steht auf der Zeichnung. Wir pfeifen auf dem letzten Loch und sind doch zu Tränen gerührt. Also Stiefel neu geschnürt und weiter! Nützt ja nichts. Sollen wir diese Menschen enttäuschen? Denn ja, wir sind im Ernstfall hier, um sie und unser Land zu beschützen. Und genau darum geht es. Also wachsen wir über uns hinaus und bringen es zu Ende. 
9. Februar 2026
Philipp L., seines Zeichens Jäger-ROA, war einer von mehreren Reservisten, der nach seiner Zeit bei den Oldenburger Jägern zurück in den aktiven Dienst ging ( wir berichteten ). Andreas B. folgte ihm jetzt nach. Hier seine Geschichte. Es war 2004 als Andreas B. zur Musterung eingeladen wurde und sich für den FWDL 23 entschied. Zur Grundausbildung ging es zu den Fallschirmjägern nach absolviert, danach in die Stabskompanie 31 in Oldenburg, ebenfalls zu den Fallschirmjägern in den AVZ-Zug „Eigentlich wollte ich dabeibleiben, aber ohne Ausbildung gab es für mich keine Möglichkeit, in eine höhere Laufbahn zu wechseln und Berufssoldat zu werden,“ erinnert Andreas sich. „Aus diesem Grund schied ich dann aus. Mein Plan war es, Ausbildung zu machen und anschließend zurückkommen. Doch trotz abgeschlossener Ausbildung blieb klappte es dann nicht. Also dachte ich: erst einmal Reserve.“ Nach langer Suche und unzähligen E-Mails an verschiedene Einheiten sah Andreas schließlich bei Instagram, dass ein Kamerad ein Interessenten-Wochenende beim Unterstützungsbataillon Einsatz 1 – den Oldenburger Jägern – absolviert hatte. „Ich schrieb ihn kurzerhand an und fragte, wie auch ich daran teilnehmen könnte,“ erinnert sich Andreas. „Von da ab brauchte es nur ein Telefonat und eine kurzen Bewerbung, um aufgenommen zu werden“. Bei der ersten Übung war seine größte Sorge niemanden zu kennen. Doch gleich ab dem ersten Tag nahmen ihn die Kameraden so auf, „als ob sie mich schon immer gekannt hätten,“ so Andreas. 
31. Januar 2026
Achim Wilke (links) scheidet als 2. Vorstand aus und der Verein dankt ihm für geleistete Dienste. Thomas Engert (rechts) übernimmt nach einstimmiger Wahl den Posten mit Wirkung zum 31. Januar 2026. Herzlichen Glückwunsch zur Wahl.
5. Dezember 2025
Stefan Meyer und Fabian Saak sind Bundeswehr-Reservisten im Landkreis Diepholz. Warum sie das tun, erzählen sie im Gespräch mit der Mediengruppe Kreiszeitung. „Ich bin Reservist“, betont Stefan Meyer. Im zivilen Leben arbeitet er beim Landvolk Diepholz. Doch in seiner freigestellten Zeit dient der 43-jährige Sulinger der Bundesrepublik Deutschland als Bürger in Uniform – freiwillig und aus Überzeugung. Neben ihm sitzt Fabian Saak, ebenfalls Reservist und im normalen Leben verbeamteter Lehrer an einer Oberschule. Beide Männer sind Soldaten des Oldenburger Jägerbataillons, einem Teil der ersten Panzerdivision. Weiterlesen: Online I PDF
26. November 2025
Werte Kameradinnen und Kameraden, liebe Vereinsmitglieder, drei Jahre hat der Verein nun schon auf dem Buckel und er steht gut da: Knapp 120 Mitglieder, 9000 € in der Kasse und mittlerweile ein solides Prozedere für Förderanträge, eine kleine Arbeitsgruppe für Öffentlichkeitsarbeit sowie ganz viel Zuspruch und Anerkennung aus dem Bataillon und auch von außen. Danke dafür. Über Förderanträge hat der Verein einiges an Material für die Gemeinschaftsküche finanziert, Tarnnetze, die nicht über den Dienstweg zu bekommen waren, Paloxen und einige Kleinigkeiten mehr. In der Berichterstattung sind wir mittlerweile Opfer unseres eigenen Erfolges geworden und haben so viele Bewerber für das Bataillon generiert - und über die Bewerbungsseite auf der Vereins-Webseite im ersten Schritt abgewickelt - dass das Bataillon kaum noch hinterherkommt und wir in der Öffentlichkeitsarbeit etwas kürzertreten müssen. Das Jahresmagazin , der Blog , diese Webseite und unsere Seiten in den sozialen Medien Facebook und Instagram , die Bildertausch-Seite , das virtuelle Geschäftszimmer und das Ausbildungsarchiv , der Marketender und der Spreadshop sind fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden und werden weiter rege genutzt. Und zu guter Letzt war es uns als Verein eine traurige Ehre, unseren verstorbenen Kameraden und Mitglied Thomas „ Bärchen “ Kosar das letzte Geleit zu geben sowie einen Kranz und eine Traueranzeige zu organisieren und über Spenden zu finanzieren. Auch dafür gab es viel Lob und Anerkennung – einige neue Mitglieder nahmen diese Begleitung sogar zum Anlass, auch dem Verein beizutreten. Ruhe in Frieden, Bärchen, und auf zu neuen Ufern für Verein und Bataillon, auch im Jahr 2026. Dr. Matthias Hammer 1. Vorsitzender
24. November 2025
(Ähnlicher Artikel auf Ynside - mit Zugang I ohne Zugang ) Internationale Partnerschaften in der NATO sind in dieser Zeit wichtiger denn je. Die Oldenburger Jäger haben gleich zwei davon: eine mit dem niederländischen Reserve Wach- und Sicherungsbataillon „ 10 Infanteriebataljon Bewaken Beveiligen Korps Nationale Reserve “ und eine mit dem britischen Reservebataillon der leichten Infanterie „ 3 Royal Anglian Regiment “. Zusammen üben sie, wie zuletzt an einem Wochenende in den Niederlanden. Es regnet in Strömen. Alles ist durchgeweicht – Menschen, Ziele, der Boden. Wir sind auf dem größten Schießplatz der Niederlande. Schüsse brechen, Ziele fallen, nur bei mir nicht! „Du musst dich von unten nach oben einschießen. Halte drunter“, sagt meine Aufsicht. Siehe da, ich treffe wieder.
21. November 2025
Mit „Meine Reserve“ hat die Bundeswehr eine App gestartet, die Alarmierung, Verfügbarkeitsmeldung und Heranziehung von Reservistinnen und Reservisten digitalisiert. Prozesse rund um die Reserve wie Postwege, Formulare, manuelle Rückmeldungen werden jetzt in einer App gebündelt – von der Push-Alarmierung über die digitale Verfügbarkeitsabfrage bis zur Heranziehung. Wie es in der Praxis funktionieren wird, ist noch unklar. Fest steht, dass alle Oldenburger Jäger die App herunterladen und nutzen sollen.
18. November 2025
„Mach die Fäuste hoch!“ brüllt der Ausbilder, „nicht nachlassen, Du schaffst das, beißen!“. Mein T-shirt wieder mal klatschnass, körperlich am Limit, mental am Rand. Ein ganz normaler Tag beim Lehrgang Nahkampfausbilder. Vor zwei Wochen war das. Als ich vor gefühlt einer kleinen Ewigkeit den „Nahkampfausbilder Militärischer Nahkampf aller Truppen“ begann und das Gelände der Infanterieschule Hammelburg betrat, spürte ich dort sofort die besondere Atmosphäre: konzentriert, fordernd und zugleich kameradschaftlich. Drei Wochen intensiver Ausbildung liegen vor mir – und als einziger Reservist im Teilnehmerkreis weiß ich, dass ich mich besonders beweisen muss. Schon in den ersten Stunden wird deutlich, wie hoch die Anforderungen sind. Der militärische Nahkampf ist keine Sportdisziplin, sondern eine einsatz- und überlebensrelevante Fähigkeit. Techniken, Taktiken und das entscheidende „Combat Mindset“ werden unter realitätsnaher Belastung vermittelt. Ein Ausbilder formuliert es an Tag zwei sehr treffend: „Hier lernst du nicht, um zu gewinnen, sondern, um zu überleben.“ Die Tage beginnen früh, enden spät und sind voller intensiver Drills, Szenarien und mentaler Beanspruchung. Immer wieder stoße ich an meine Leistungsgrenzen. Gleichzeitig erlebe ich, wie wichtig Entschlossenheit, Kontrolle und klare Entscheidungen unter Stress sind. Diese Erfahrung prägt nicht nur die Ausbildung, sondern auch mich persönlich. Die hohe Belastung des Lehrgangs zeigt sich ebenfalls in der Ausfallquote: Sechs Kameraden müssen vorzeitig gehen. Jeder Abgang führt uns vor Augen, wie anspruchsvoll die Qualifikation eines Nahkampfausbilders ist – und wie viel Verantwortung sie mit sich bringt.