Ohne Schweiß, kein Edelweiß: Herausforderung Edelweißbergmarsch
160 Soldaten aus vier Nationen stehen mit uns bei strahlendem Sonnenschein, 25°C und wolkenlosem Himmel am Fuße des Watzmanns im Wimbachtal. Wir fünf sind OStGefr Alex M., Tobias K., Patrick H., Jörg H. und StGefr Matthias R.. Aufgeteilt auf fünf Marschgruppen starten wir um 07:00 auf einer Höhe von 637 m.
Unser erstes Ziel ist das Watzmannhaus. Es geht gleich in einem mehr als ordentlichen Tempo los. Bei der ersten Gurtrast nach 20 Minuten fragt sich bereits der ein oder andere, ob dieses höllische Tempo so gehalten werden kann... Beißen - weiter geht's über die Mitterkaseralm in nur 2 Stunden und 20 Minuten bis zum Watzmannhaus. Viele können das Tempo der Spitzengruppe nicht halten; die Oldenburger Jäger sind aber noch ganz vorne mit dabei.
Am Watzmannhaus auf 1930 m dann eine weitere Pause. Hier teilt sich die Gruppe in die, die es noch aufs Hocheck (2651 m) schaffen und die, die auf über 2000 m kommen wollen - die Voraussetzung für das Edelweiß-Abzeichen. Zwei Oldenburger Jäger gehen das Hocheck an. Jetzt sind Kondition, Kraftreserven, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt. Steil und ausgesetzt ist es dort oben im Fels, die Sonne brennt herunter, der Schweiß rinnt, die Kräfte schwinden. Trinken, trinken, trinken, ein Fuß vor den anderen. Nicht aufgeben! Bei 350 Höhenmeter unterhalb des Hochecks erreichen wir die Seilversicherung. Jetzt geht es eine Weile fast senkrecht hinauf. Der helle Fels blitzt in der Sonne, stürzt hinab in die Tiefe, wo weit entfernt das Watzmannhaus steht. Oben kreisen die Dohlen, also ob sie sich über unsere Mühsahl am Berg lustig machen wollen. Egal, weiter. Nach der Steilstück-Hürde gibt es nur noch Einzelkämpfer am Berg, jeder in seinem individuellen Tempo, bis wir endlich, endlich gegen Mittag das Gipfelkreuz am Hocheck erschöpft, aber überglücklich erreichen. Geschafft! Fünf Stunden Höchstleistung liegen hinter uns. Unten winkt das Edelweiß-Abzeichen. Schlussendlich schaffen es rund 40 der 160 Teilnehmer zum Hocheck. Berg Heil! und Glückwunsch an alle Kameraden.
Für den Abstieg brauchen wir noch einmal so lange, denn es ist steil, ausgesetzt, wir sind müde und die Knie schmerzen. Um fünf Uhr treffen die letzten Kameraden bei der Wimbachbrücke ein. Von dort aus geht es in die Jägerkaserne Bischofswiesen. Dort - vor großartigen Kulisse, zwischen den Berggipfeln in der Heimat der Gebirgsjäger - sind wir alle dann Teil einer mehr als 110 Jahre alten Tradition: der Verleihung des Edelweißes! Alle fünf Oldenburger Jäger erhalten es und werden es ab sofort mit Stolz tragen.
Text: Jörg Harders mit Matthias Hammer
Bilder: Verschiedene Kameraden
Unser Dank für dieses einmalige Erlebnis, die Herausforderung und die hervorragende Organisation geht an die
GebJgRK Traunstein mit Unterstützung von Bergspezialisten aus der aktiven Truppe sowie der
Bergwacht Ramsau.










